Schule als Herzensangelegenheit
Es gibt nur wenige Institutionen, über die in den letzten Jahren so intensiv gesprochen und gestritten wurde wie die Schule. Viele Menschen, die in der Schule tätig sind, beschreiben ihre Arbeit dort als emotional ebenso belastend, wie befriedigend, sinnstiftend und in besonderem Maße frei gestaltbar. Schule, so lehrt es die Erfahrung, liegt den in ihr arbeitenden Menschen auf unterschiedlicher Art und Weise am Herzen.
Schüler:innen etwas beibringen, junge Menschen auf ihrem Weg begleiten, Sorge für Menschen tragen, im Team arbeiten, zu Erfolg beitragen, Lerninhalte vermitteln, Zukunft mitgestalten, Fürsorge übernehmen, sich sozial betätigen sind nur einige dieser Beweggründe. Alle diese Beweggründe stehen für das emotionale Band, welches viele Menschen fest mit Schule verbindet.
So manche Herzensangelegenheit führt aber in eine Sackgasse. Was wenn, der tiefempfundene Wunsch Schüler:innen etwas beibringen zu wollen mit eigenen Leistungserwartungen kollidiert? Was wenn die Lust an der Arbeit im Team an der Zusammensetzung auf Grund der nicht passenden Charaktere der Mitstreiter:innen, viel von der erhofften Gemeinsamkeit einbüßt? Was wenn das Bedürfnis nach einem fürsorglichen Unterstützen an der strikten Ablehnung der Schüler:innen scheitert? Hier entfaltet sich ungewohnte und individuell sehr unterschiedlich wahrgenommene Konfliktfelder.
Gleichwohl leiten Herzensangelegenheiten Menschen in Schule auch zu tief empfundener Zufriedenheit. Die gleichermaßen entlastende, wie inspirierende Arbeit mit den Kolleg:innen in Klassen- und Jahrgangsteams, das kleine Glück, wenn wieder ein komplizierter Zusammenhang von der Klasse verstanden wurde, die Freude über den Erfolg der betreuten Schüler:innen, nicht nur während der Abschlussveranstaltungen, das zukunftsweisende Personalgespräch mit der Schulleitung, die mit Kolleg:innen gemeinsam getragene Sorge um eine schwierige Schülergruppe, sind nur einige Beispiele für das positive Erfahrungspotential, welches Schule tagtäglich bietet.
Die Arbeit in Schule ist geprägt wie geleitet von Herzensangelegenheiten. Das macht die Arbeit für die meisten in Schule tätigen Menschen bedeutsam, spannend und niemals langweilig!
Über mich
Nach meinem Studium an der Georg-August-Universität Göttingen, habe ich freiwirtschaftlich als Entwickler- und Organisator von außerbetrieblichen Ausbildungen, als Lehrer in unterschiedlichen Schulformen, als Seminarleiter in der Lehrer:innenausbildung und als Schulentwickler und Schulleiter in unterschiedlichen Bundesländern gearbeitet. Darüber hinaus war ich mehrfach in Kommissionen zur Erstellung von Kerncurricula tätig, habe diverse Fortbildungen in den Bereichen Beratung und Lerncoaching, Fachmethodik und zu guter Letzt eine Coachingausbildung absolviert.
In den letzten Jahren habe ich als Coach, Berater und Supervisor in freier Praxis, sowie weiterhin mit ungebrochener Freude als Lehrer an einer Gesamtschule gearbeitet.
Die Begeisterung, das Interesse, aber auch die Neugier an schulischen Themen und an den im System Schule arbeitenden Menschen hat mich über die Jahre stets begleitet.

